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Was hat Demenz mit Parkinson zu tun?

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Glückliches Pärchen beim gemeinsamen Frühstück

Wie war noch gleich der Name für das Gerät, in dem man Lebensmittel kühlt? Muss ich zum Supermarkt um die Ecke nach rechts oder links abbiegen? Warum fällt mir das Kreuzworträtsel in der Wochenzeitschrift so schwer? Warum bin ich in letzter Zeit so aufbrausend? Seit wann zittern meine Hände eigentlich so? Warum komme ich morgens so schlecht aus dem Bett? Solche Fragen stellen wir uns nicht nur, wenn wir einen schlechten Tag haben. Solche Fragen beschäftigen auch Patienten, die an Erkrankungen des zentralen Nervensystems leiden.

Wenn das Denkvermögen sukzessive nachlässt, die Konzentrationsfähigkeit sinkt und all das möglicherweise von einer emotionalen Instabilität begleitet wird, kann das zum Symptomkomplex einer neurodegenerativen Erkrankung gehören. Auch das Zittern der Händen und eine Steifigkeit des Körpers mit einer Vielzahl weiterer Bewegungseinschränkungen können eine Störung aus diesem Formenkreis anzeigen. Zu den neurodegenerativen Erkrankungen gehört ein umfangreicher Komplex von Befundkonstellationen. Zwei der am häufigsten auftretenden Krankheitsbilder sind die Demenz vom Alzheimer-Typ und der Morbus Parkinson.

Zum klinischen Bild des Parkinsonsyndroms gehören die Akinese, der Rigor, ein Ruhetremor und die sogenannte posturale Instabilität. Vereinfacht könnte man sagen, die Patienten haben Schwierigkeiten, sich zu bewegen und aufrecht zu stehen. Ursächlich ist ein Dopaminmangel im Gehirn – ganz gleich, welcher Genese. Das sogenannte idiopathische Parkinsonsyndrom, auch Morbus Parkinson genannt, ist als degenerative Erkrankung dopaminerger Neurone der Substantia nigra des Gehirns zu verstehen. Als Degeneration jener Nervenzellen, die im gesunden Zustand auf den Botenstoff Dopamin ansprechen, wird letztlich deren Funktionsverlust und Untergang verstanden. Was dem zugrunde liegt, ist noch nicht abschließend geklärt. Man geht aber davon aus, dass der Verlust der dopaminergen Neurone multifaktoriell bedingt ist. Dabei gilt eine genetische Prädisposition als gesichert.

Was hat nun aber der Morbus Parkinson mit der Alzheimer-Demenz zu tun?

Auch die Demenz gehört zum Formenkreis der neurodegenerativen Erkrankungen, auch hier verlieren Nervenzellen ihre Funktion. Wissenschaftlicher formuliert ist die Demenz ein erworbenes organisches Syndrom, das durch eine Störung höherer Hirnfunktionen zu einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses mit Abnahme von Sprache, Urteilsvermögen, Denkvermögen und Orientierung führt. Diese Defizite sind chronisch progredient und durch Medikamente nicht wesentlich beeinflussbar. Die Ursachen der Demenz sind vielfältig und hauptsächlich neurodegenerativer, aber auch vaskulärer Natur. Am bekanntesten ist sicherlich der Morbus Alzheimer. Er tritt von allen Demenzformen mit einer Verteilungsrate von 50% am häufigsten auf. Die Alzheimer-Demenz äußert sich durch Gedächtnisstörungen -wobei das Langzeitgedächtnis noch lange erhalten bleibt - sowie durch Werkzeug-, Orientierungs- und Wortfindungsstörungen. Die Betroffenen können die äußere Erscheinung meist lange aufrechterhalten. 

Nun ist es nicht nur sinnvoll, neurodegenerative Krankheitsbilder hinsichtlich der ihnen gemeinsamen Symptomkonstellationen zu betrachten. Ebenso lohnt es sich, sie präventiv-kurativ gemeinsam zu denken. Für die beschriebenen neurodegenerativen Erkrankungen gibt es bisher keine Heilung, eine kausale Therapie ist nicht möglich. Dennoch kann man sie sehr gut symptomatisch behandeln, um Betroffenen eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Dabei hat es sich als günstig erwiesen, einem multimethodalen Behandlungsregime zu folgen, wobei jede Therapiesäule an unterschiedlichen Stellschrauben des jeweiligen Symptomkomplexes wirkt. Im Falle des Morbus Parkinson hat sich die 6-Säulen-Therapie bewährt. Sie subsumiert eine medikamentöse Therapie und gegebenenfalls die tiefe Hirnstimulation, die Stärkung der Lebensfreude, eine gesunde Schlafhygiene, viel Bewegung, die Gesundhaltung von Darm und Mikrobiom sowie eine an die Erkrankung angepasste Ernährung. Alle Therapiesäulen wirken dabei komplementär. Entsprechendes gilt für demenzielle Krankheitsbilder. Auch hier gilt es, die Lebensfreude mit  Behandlungsangeboten aus der Ergotherapie oder Musiktherapie zu stärken. Ebenso wichtig sind eine gesunde Schlafhygiene und das Erlernen von Entspannungstechniken, um Stress zu reduzieren. Und nicht zuletzt gilt es, durch regelmäßige Bewegung und eine adäquate Ernährung den Darm und sein Mikrobiom gesund zu erhalten. Zusammenhänge zwischen pathologischen Zuständen des Verdauungsapparates und entsprechenden genetischen Prädispositionen sind sowohl für den Morbus Parkinson als auch für die Demenz beschrieben worden. Ein krankhaft verändertes Mikrobiom kann zur Ausprägung verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen führen oder aber den Verlauf von Erkrankungen aus diesem Formenkreis ungünstig beeinflussen.  Um das Mikrobiom gesund zu erhalten, sind nicht nur ausreichend Bewegung und Stressreduktion notwendig, sondern ebenso eine krankheitsadaptierte Ernährung. Sowohl für die Alzheimerdemenz als auch für den Morbus Parkinson sind inzwischen viele Substanzen bekannt, die über eine gesunde Ernährungsweise zugeführt werden können und sich protektiv auswirken. Besonders effektiv sind nach aktueller Studienlage die Nikotinsäure, die Vitamine B1, 6 und 12, aber auch Vitamin D und Flavonoide, um nur einige zu nennen. Inzwischen weiß man auch, dass entsprechend zusammengestellte Nahrungsergänzungsmittel bei regelmäßiger Einnahme signifikante Verbesserungen hinsichtlich Prävention und Krankheitsverlauf bewirken.

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